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Mrz 03 2018

Vorlesestunden für Katzen im Tierheim Andernach

Im Winter, wenn die Abende länger werden, es draußen kalt ist, macht manches Kind es sich gerne im Haus auf dem Sofa gemütlich. Umso schöner, wenn dann auch jemand die Zeit findet Geschichten zu erzählen oder etwas vorzulesen. Aber nicht nur Kinder lieben eine solche Atmosphäre, sondern auch die Katzen im Tierheim Andernach.
Seit zwei Monaten kommen Ezgi, Jessica, Laura und Sandra mit ihrer Lehrerin Kathrin Freisberg von der Theodor-Heuss-Schule aus Bendorf zu Besuch ins Tierheim Andernach.
Immer im Gepäck dabei, haben sie ein Buch, denn sie möchten einmal in der Woche den Katzen eine Stunde lang vorlesen.

Sabine Poller, Leiterin der Katzen- und Kleintierabteilung wünschte sich ein solches Angebot schon lange. Aber wer nimmt sich die Zeit, setzt sich gelassen in ein Katzenzimmer und lockt eingeschüchterte Katzen, die oft eine schlimme Leidenszeit hinter sich haben, durch eine ruhige Ansprache aus ihrem Versteck.

Kaum zu glauben, aber wahr, es dauert jeweils nicht lange bis neugierig sich die ersten Fellnasen zeigen und vorsichtig die kleinen Besucherinnen umgarnen. So wird langsam wieder Vertrauen in Menschen aufgebaut, das durch schlechte Haltung verloren gegangen ist.

Für die Kinder ist es ein tolles Erlebnis zu erfahren, wie sie durch ihre behutsame Art den Katzen helfen wieder zu natürlicher Neugier und Spielfreude zurückzufinden. Ruhe, Geduld und Ansprache sind die geeigneten Wege. Durch das Vorlesen werden diese Komponenten erfüllt.
Andererseits ist das Vorlesen für Katzen von hoher Motivation für Kinder ohne Murren zu üben. Hier darf man auch mal ins Stocken geraten oder ein Wort im ersten Versuch falsch lesen. Die Katzen machen kein böses Gesicht, stöhnen auf oder schütteln den Kopf. Eine richtige Win-Win-Situation für beide Partner.

Den Kindern bereitet ihr Lesetraining viel Spaß. Die Lehrerin erzählte, dass die Mädchen trickreich manche Seite den Katzen dreimal vorlesen, damit sie nicht so schnell mit dem Buch fertig werden und noch oft kommen dürfen. Oder sollte es sein, dass die Katzen nicht müde werden die Geschichte von „Oskar – ein Kater mit Charakter“ zum wiederholten Mal zu hören?
Dorothee Schünemann-Diederichs vom Vorstand des Tierschutzvereins Andernach u.U. e.V. ist ganz gerührt, wenn sich die Kinder von den Katzen verabschieden:
„Es war wieder so schön mit dir. Ich bin nur etwas traurig, aber eigentlich froh, wenn du nächste Woche nicht mehr da bist. Dann hast du endlich ein neues gutes Zuhause gefunden.“

 

 

 

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